Die polnische CEDROB-Gruppe baut bis 2031 seine Schweinefleisch-Kapazitäten aus

Die polnische CEDROB-Gruppe plant zwei neue Futtermühlen und einen Schlachthof mit einer Schlachtkapazität von 3 Millionen Schweinen pro Jahr. Das teilte der Geschäftsführer der Gruppe, Andrzej Goździkowski, der lokalen Tageszeitung Rzeczpospolita  in einem Interview mit.

CEDROB trat zunächst als Verarbeiter von Geflügel in Erscheinung, hält aber seit Ende 2015 mit 66% Anteil Aktien an Gobarto, Polens größtem Schlachthaus für rotes Fleisch.

Nun beabsichtigt CEDROB den Schweinefleisch-Sektor in den nächsten Jahren erheblich auszubauen. Als erster Schritt soll die Rohstoffbasis geschaffen werden. Dabei sollen 500 neue Schweinezuchtbetriebe entstehen und an Gobarto (vormals PKM Duda) gebunden werden.

Einhergehen soll damit auch eine Qualitätsoffensive. Denn noch werden wegen der besseren Qualität rund 6 Millionen Ferkel pro Jahr aus dem europäischen Ausland importiertiert. Selbst verarbeitetes Schweinefleisch kommt heute noch aus Spanien, Dänemark und Deutschland.

Investitionen im Armenhaus Europas

Realisiert werden soll der Ausbau der Schweinezucht vor allem in der Provinz Podkarpackie (Woiwodschaft Karpatenvorland) im Südosten des Landes. Im Grenzland zur Ukraine und der Slowakei treffen gute Böden und eine hohe Arbeitslosenquote zusammen. Die Provinz gilt als eine der ärmsten Regionen Europas. Hier hofft CEDROB, dass neue Bauern mit finanziellen Anreizen als Schweinezüchter mit Abnahmegarantie durch Gobarto gewonnen werden können.

Investiert werden sollen über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahre insgesamt 3 Milliarden Złoty (675 Millionen Euro) in Schweinezuchtbetriebe, zwei Futtermühlen und ein Schlachthaus. In der letzten Ausbaustufe werden dort 3 Millionen Schweine pro Jahr geschlachtet.

Während das Geld für die Schweinezuchtbetriebe im Wesentlichen über Bankdarlehen kommen solle, sollen die restlichen Investitionen größtenteils über eine Aktienerhöhung kommen.

Gobarto auf dem Sprung

Darüber hinaus beabsichtigt CEDROB den Schlachtbetrieb Gobarto durch organisches Wachstum und Akquisitionen zu stärken.

Anfang Dezember 2016 hatte Gobarto bereits einen Vorvertrag zum Erwerb des Schweinezuchtbetriebes PPH Ferma-Pol abgeschlossen. Das 1974 gegründete Unternehmen ist vor allem im Schweinezuchtbereich mit einer Jahreskapazität von 400.000 Stück tätig, produziert aber auch Futtermittel mit einer Jahreskapazität von rund 12.000 Tonnen. PPH Ferma-Pol wird von 120 Mitarbeitern betrieben und verfügt über einen Schlachthof mit einer Leistung von etwa 4.000 Stück pro Jahr für seine eigenen Schlachtungen und 50 Stück pro Tag für seine Kunden.

Im Auge habe CEDROB-Geschäftsführer Andrzej Goździkowski aber auch die vielen kleinen Familienunternehmen, die unter einem enormen Wettbewerbsdruck ständen und eine Reihe davon offenbar reif für eine Übernahme seien.

Bildquelle: CEDROB